Börsegeschichte Stephan Scoppetta: Jim Rogers, Finanzjournalismus, feuereifer.at (BörseGeschichte)

Börsegeschichte Stephan Scoppetta. Im Jahr 1989 küsste der US-Aktienguru Jim Rogers die Wiener Börse wach und die Kurse der heimischen Unternehmen gingen durch die Decke. Ich machte zu der Zeit Matura und setzte mich mit dem Buch das „Das Kapital“ von Karl Marx auseinander. Natürlich war es dabei unumgänglich, auch Parallelen zum bestehenden Kapitalmarkt zu ziehen und ich war sofort fasziniert von der Idee, Geld für sich arbeiten zu lassen. Sehr blauäugig und schlecht informiert veranlagte ich an der Wiener und Frankfurter Börse. Alles passierte damals noch unglaublich umständlich. Charts von interessanten Werten mussten beim Bankberater des Vertrauens bestellt werden. Wobei der Berater selbst Kopien in der Wertpapierabteilung der jeweiligen Bank anforderte und mir diese nach rund einer Woche aushändigen konnte. Wall Street-Gefühl mit hektischen Brokern kam hier keines auf. Grundsätzlich war die Informationslage über die Kapitalmärkte in Österreich überschaubar. Ein paar Kurse in Tageszeitungen, das Wirtschaftsmagazin Trend und hin und wieder fiel einem ein deutsches Magazin in die Hand, das ein paar Börsenthemen beinhaltete. Das Internet war zwar erfunden, wurde aber nur von wenigen IT-Nerds genutzt.

Finanzjournalist. Nachdem mein Jus-Studium so vor sich hin plätscherte und mein Interesse für diese Disziplin einfach nicht erwachen wollte, bewarb ich mich 1995 bei der Lehrredaktion des „profil“ und wurde dort ein Jahr zum Journalisten ausgebildet. Im Rahmen der Ausbildung knüpfte ich auch Kontakte zum Wirtschaftsmagazin Trend und schrieb als freier Journalist 1997 meine erste Geschichte zum Thema Anleihen, eine Assetklasse, der ich bis heute eigentlich wenig abgewinnen kann, aber einen ersten Auftrag lehnt man nicht ab. In dieser Zeit kamen auch die ersten Onlinebroker auf den Markt, die erstmals auch Privatanlegern einen sehr unmittelbaren Zugang zu den Kapitalmärkten ermöglichten. Endlich konnte man internationale Fonds, Aktien oder auch Indexzertifikate ohne die mahnenden Worte eines Bankberaters kaufen, der eigentlich nur seinen Top-Fonds, der gerade in Aktion war, verkaufen wollte. Mit den Onlinebrokern stieg auch das Informationsbedürfnis über die Börse in der breiten Bevölkerung und Finanzjournalisten waren plötzlich sehr gefragt. 1998 bei der Gründung des Wochenmagazins Format bekam ich meine erste Anstellung als Finanzredakteur. Gleichzeitig schossen Finanzportale im Internet aus dem Boden und Finanzjournalist wurde eine gefragte Job-Description. Das älteste deutschsprachige Wirtschaftsmedium „Capital“ machte mir ein Angebot, das man mit 29 nicht ausschlagen kann und so übersiedelte ich nach Köln. Doch mit dem Platzen der Dotcom-Blase und 9-11 war die Welt eine andere. Gemeinsam mit Partnern gründete ich die Agentur Brunomedia Content und belieferte deutsche Großverlage wie Bauer Verlag, Financial Times Deutschland, Wissen.de sowie T-Online aber auch Unternehmen wie AWD, Techem und viele mehr mit Inhalten. Das bevorzugte Thema der Kunden: Börse und Versicherungen. Nach einem erfolgreichen Verkauf meiner Firmenanteile wechselte ich 2006 wieder nach Wien zum Format als Finanzredakteur und gleich im Anschluss zur Wolfgang Rosam Change Communications. Als Senior Berater in der PR-Agentur erlebte ich Finanzkommunikation von der anderen Seite. Es war eine Freude, zwei große Kapitalerhöhungen als Teil des externen Kommunikationsteams zu begleiten: 2008 die VIG (Kapitalerhöhung von 1,14 Mrd. Euro) und 2009 die Erste Group (KE von 1,74 Mrd. Euro).

Eigene Agentur. Nach turbulenten Jahren mit der Lehman-Pleite (2008), der Euro-Krise 2011 und nach einem Intermezzo beim Wochenmagazin News gründete ich die Feuereifer Media Relation GmbH (www.feuereifer.at) mit einer laufenden Berichterstattung zu den Kapitalmärkten. Die Unlimited Communications GmbH (www.unlimited-communications.at ) als PR-Agentur begleitet Unternehmen auch beim Thema Finanz-Kommunikation.

Die Faszination der Börse und auch die Kommunikation dazu sind zu einem lebensbestimmenden Faktor für mich geworden. Übrigens: Karl Marx habe ich nie wirklich fertig gelesen – den habe ich mir für das Alter vorbehalten.

Zum Autor:
Stephan Scoppetta ist seit mehr als 20 Jahren als Wirtschaftsjournalist und Kommunikationsberater (www.feuereifer.at, www.unlimited-communications.at) in Österreich und Deutschland tätig.

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Mehr Börsegeschichten: https://christian-drastil.com/blog/boerse.geschichte

(Der Input von Börse Geschichte für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 30.09.)

(30.09.2020)


Bildnachweis

1. Stephan Scoppetta

Stephan Scoppetta



Börsegeschichte Stephan Scoppetta. Im Jahr 1989 küsste der US-Aktienguru Jim Rogers die Wiener Börse wach und die Kurse der heimischen Unternehmen gingen durch die Decke. Ich machte zu der Zeit Matura und setzte mich mit dem Buch das „Das Kapital“ von Karl Marx auseinander. Natürlich war es dabei unumgänglich, auch Parallelen zum bestehenden Kapitalmarkt zu ziehen und ich war sofort fasziniert von der Idee, Geld für sich arbeiten zu lassen. Sehr blauäugig und schlecht informiert veranlagte ich an der Wiener und Frankfurter Börse. Alles passierte damals noch unglaublich umständlich. Charts von interessanten Werten mussten beim Bankberater des Vertrauens bestellt werden. Wobei der Berater selbst Kopien in der Wertpapierabteilung der jeweiligen Bank anforderte und mir diese nach rund einer Woche aushändigen konnte. Wall Street-Gefühl mit hektischen Brokern kam hier keines auf. Grundsätzlich war die Informationslage über die Kapitalmärkte in Österreich überschaubar. Ein paar Kurse in Tageszeitungen, das Wirtschaftsmagazin Trend und hin und wieder fiel einem ein deutsches Magazin in die Hand, das ein paar Börsenthemen beinhaltete. Das Internet war zwar erfunden, wurde aber nur von wenigen IT-Nerds genutzt.

Finanzjournalist. Nachdem mein Jus-Studium so vor sich hin plätscherte und mein Interesse für diese Disziplin einfach nicht erwachen wollte, bewarb ich mich 1995 bei der Lehrredaktion des „profil“ und wurde dort ein Jahr zum Journalisten ausgebildet. Im Rahmen der Ausbildung knüpfte ich auch Kontakte zum Wirtschaftsmagazin Trend und schrieb als freier Journalist 1997 meine erste Geschichte zum Thema Anleihen, eine Assetklasse, der ich bis heute eigentlich wenig abgewinnen kann, aber einen ersten Auftrag lehnt man nicht ab. In dieser Zeit kamen auch die ersten Onlinebroker auf den Markt, die erstmals auch Privatanlegern einen sehr unmittelbaren Zugang zu den Kapitalmärkten ermöglichten. Endlich konnte man internationale Fonds, Aktien oder auch Indexzertifikate ohne die mahnenden Worte eines Bankberaters kaufen, der eigentlich nur seinen Top-Fonds, der gerade in Aktion war, verkaufen wollte. Mit den Onlinebrokern stieg auch das Informationsbedürfnis über die Börse in der breiten Bevölkerung und Finanzjournalisten waren plötzlich sehr gefragt. 1998 bei der Gründung des Wochenmagazins Format bekam ich meine erste Anstellung als Finanzredakteur. Gleichzeitig schossen Finanzportale im Internet aus dem Boden und Finanzjournalist wurde eine gefragte Job-Description. Das älteste deutschsprachige Wirtschaftsmedium „Capital“ machte mir ein Angebot, das man mit 29 nicht ausschlagen kann und so übersiedelte ich nach Köln. Doch mit dem Platzen der Dotcom-Blase und 9-11 war die Welt eine andere. Gemeinsam mit Partnern gründete ich die Agentur Brunomedia Content und belieferte deutsche Großverlage wie Bauer Verlag, Financial Times Deutschland, Wissen.de sowie T-Online aber auch Unternehmen wie AWD, Techem und viele mehr mit Inhalten. Das bevorzugte Thema der Kunden: Börse und Versicherungen. Nach einem erfolgreichen Verkauf meiner Firmenanteile wechselte ich 2006 wieder nach Wien zum Format als Finanzredakteur und gleich im Anschluss zur Wolfgang Rosam Change Communications. Als Senior Berater in der PR-Agentur erlebte ich Finanzkommunikation von der anderen Seite. Es war eine Freude, zwei große Kapitalerhöhungen als Teil des externen Kommunikationsteams zu begleiten: 2008 die VIG (Kapitalerhöhung von 1,14 Mrd. Euro) und 2009 die Erste Group (KE von 1,74 Mrd. Euro).

Eigene Agentur. Nach turbulenten Jahren mit der Lehman-Pleite (2008), der Euro-Krise 2011 und nach einem Intermezzo beim Wochenmagazin News gründete ich die Feuereifer Media Relation GmbH (www.feuereifer.at) mit einer laufenden Berichterstattung zu den Kapitalmärkten. Die Unlimited Communications GmbH (www.unlimited-communications.at ) als PR-Agentur begleitet Unternehmen auch beim Thema Finanz-Kommunikation.

Die Faszination der Börse und auch die Kommunikation dazu sind zu einem lebensbestimmenden Faktor für mich geworden. Übrigens: Karl Marx habe ich nie wirklich fertig gelesen – den habe ich mir für das Alter vorbehalten.

Zum Autor:
Stephan Scoppetta ist seit mehr als 20 Jahren als Wirtschaftsjournalist und Kommunikationsberater (www.feuereifer.at, www.unlimited-communications.at) in Österreich und Deutschland tätig.

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Mehr Börsegeschichten: https://christian-drastil.com/blog/boerse.geschichte

(Der Input von Börse Geschichte für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 30.09.)

(30.09.2020)


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1. Stephan Scoppetta

Stephan Scoppetta




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Mit freundlicher Unterstützung von Rudolf Brenner, Alexander Coenen, Thomas Erkinger, Bernhard Grabmayr, Martin Grüll, Margit Hermentin, Ernst Huber, Gerhard Kürner, Ludwig Nießen, Susanne Lederer-Pabst, Robert Löw, Wolfgang Praskac, Wilhelm Rasinger, Alexandra Rosinger, Gregor Rosinger, Herbert Scherrer, Stephan Scoppetta, Eduard Zehetner.


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