Börsegeschichte Udo Sutterlüty: 30 Jahre Börsenstory, der alte Mann und das Meer

"30 Jahre Börsenstory, der alte Mann und das Meer (Börsegeschichte Udo Sutterlüty)

So könnte man wohl meinen Lebenslauf seit Ende meines Studiums an der Universität in Innsbruck beschreiben: Wien – Chicago – London und zurück in die Heimat Bregenzerwald. Es war eine einzigartige Erfahrung, als junger Trader inmitten des größten Optionenpits am Floor der CBOT mit meinem Mentor Joe Corona („JAG“) in Chicago zu stehen, und zu erleben wie jeden Morgen der Börsenboden erzitterte, nachdem um 07.30 Uhr die neuesten US-Wirtschaftszahlen über den Ticker flimmerten.

ÖTOB-Start. Zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn hatte ich das große Glück, dass ich bei der damaligen Creditanstalt in Wien eine top Banken­adresse hatte, wo ich im ÖTOB-Team im In- und Ausland intensiv weiter ausgebildet und trainiert wurde.
Als die Pforten der neu gegründeten Österreichischen Termin- und Optionenbörse ÖTOB 1991 aufsperrten, brachten wir, die jungen „Wilden“ als frisch ausgebildete Market-Maker, Broker, Clearer & Abwickler der neuen digitalen und hochmodernen Terminbörse (ein „Tesla auf der Alpenstraße“) erstmals eine „financial disruption“ nach Wien bzw. Österreich. Wir kannten diesen Ausdruck zwar nicht, aber wir alle spürten, dass wir fast nirgendwo richtig willkommen waren in der Wiener Banken- und Börsenwelt, somit wohl ein guter und verlässlicher Indikator eines bedeutenden „Disruptors“. Die ÖTOB läutete damit auch das Ende eines österreichischen Börsenzeitalters von lediglich zwei Stunden Parkett-Handel, mit ein paar wenigen Kursfixings und nettem Börsentalk unter Börsenhändlern und Sensalen ein. Die alte Wiener Börse an der Ringstraße wurde vom Geschwindigkeitsrausch der ÖTOB überrascht und über Nacht ungewollt konkurrenzfähiger, als sie es selbst je vorhatte, doch leider blieb die Politik ihren Teil schuldig und so verebbte der Schwung mit den Jahren, bis die ÖTOB 2014 wieder zusperrte.

Osteuropa. Als ich nach meinem Ausflug an den Floor in Chicago nach Wien zur CA zurückkam, fragte mich ein Vorstand, was ich denn an neuen Ideen aus den USA mitbringen würde. Ich sagte ihm, die Zukunft liegt direkt vor eurer Haustüre, Osteuropa! Wir benötigen Index-Produkte, um Aktienrisiken im noch unbekannten Osten besser streuen zu können. Er meinte: „Mach mal!“. Die von uns sehr erfolgreich emittierten Osteuropa-Index-Warrants für Ungarn, Tschechien und Polen rockten die österreichische und internationale Anlegerwelt 1994 und festigten Ruf und Marktpräsenz der Creditanstalt als Top osteuropäische Investmentbank. Das beste Anlagevehikel um einen schlafenden Riesen „zu reiten“ ist meiner Meinung nach ein gut gemanagter aktiver Aktienfonds, so wie z.B. der Raiffeisen-Osteuropa-Aktienfonds. Er startete aber „zu früh“, so wie unsere damaligen CA Osteuropa Optionsscheine, denen jedoch die Zeit und damit auch die „Luft“ ausging, während der Fonds knapp -50 Prozent einbüßte. Er fing sich aber wieder in den Folgejahren und jene Anleger, die durchhielten konnten sich bis Anfang 2008 über Zugewinne von beinahe + 600 Prozent erfreuen.

Grünes Wunder. Heute bin ich glücklich und freue mich, aus meinen dreißig Jahren Berufserfahrung genügend gelernt zu haben, um nun mit dem richtigen Anlagevehikel für das große Finale und die wohl größte Disruption des kommenden Jahrzehnts bereit zu sein. Denn es gibt keine globale grüne Energie-Revolution ohne „grüne Technologiemetalle & Mineralien“ für sämtliche erneuerbare und saubere Energien bzw. Energietechnologien. Dies dürfte zur größten Umverteilung von Kapital und Investments aus konventionellen Energieträgern in Richtung grüne Technologien und Metalle werden, die wir je erlebt haben und wohl nie mehr erleben werden - das kommende grüne Wirtschaftswunder mit dem „Corona-Billionen-Turbo-Schub“.

So wie in Wien oder Raiffeisen Osteuropa mussten auch wir mit dem SUNARES-Fonds zehn Jahre lang durch die „Magere Performance Wüste“ marschieren, machten unsere Hausaufgaben und kommen nun stärker mit 5***** Sternen und tripple AAA Ratings zurück. Der größte Aufschwung meiner Berufslaufbahn ist am Haken, der Drill mit dem größten Fisch im „Corona Meer“ hat begonnen.

Zur Person: Udo Sutterlüty (1966) ist diplomierter Betriebswirt. Er begann seine Laufbahn 1990 als ÖTOB-Market-Maker und späterer Chefhändler für Aktien & Derivative bei der Creditanstalt-Bankverein in Wien. Anfang 2008 gründete er sein eigenes Wertpapierunternehmen, die Sutterlüty Investment Management GmbH, und den SUNARES-Fonds, den er seit Start gemeinsam mit seinem Partner Colin Moor in London managt. (www.sunares.com)"

(Der Input von Börse Geschichte für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 30.12.)

(30.12.2020)


Bildnachweis

1. Udo Sutterlüty

Udo Sutterlüty



"30 Jahre Börsenstory, der alte Mann und das Meer (Börsegeschichte Udo Sutterlüty)

So könnte man wohl meinen Lebenslauf seit Ende meines Studiums an der Universität in Innsbruck beschreiben: Wien – Chicago – London und zurück in die Heimat Bregenzerwald. Es war eine einzigartige Erfahrung, als junger Trader inmitten des größten Optionenpits am Floor der CBOT mit meinem Mentor Joe Corona („JAG“) in Chicago zu stehen, und zu erleben wie jeden Morgen der Börsenboden erzitterte, nachdem um 07.30 Uhr die neuesten US-Wirtschaftszahlen über den Ticker flimmerten.

ÖTOB-Start. Zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn hatte ich das große Glück, dass ich bei der damaligen Creditanstalt in Wien eine top Banken­adresse hatte, wo ich im ÖTOB-Team im In- und Ausland intensiv weiter ausgebildet und trainiert wurde.
Als die Pforten der neu gegründeten Österreichischen Termin- und Optionenbörse ÖTOB 1991 aufsperrten, brachten wir, die jungen „Wilden“ als frisch ausgebildete Market-Maker, Broker, Clearer & Abwickler der neuen digitalen und hochmodernen Terminbörse (ein „Tesla auf der Alpenstraße“) erstmals eine „financial disruption“ nach Wien bzw. Österreich. Wir kannten diesen Ausdruck zwar nicht, aber wir alle spürten, dass wir fast nirgendwo richtig willkommen waren in der Wiener Banken- und Börsenwelt, somit wohl ein guter und verlässlicher Indikator eines bedeutenden „Disruptors“. Die ÖTOB läutete damit auch das Ende eines österreichischen Börsenzeitalters von lediglich zwei Stunden Parkett-Handel, mit ein paar wenigen Kursfixings und nettem Börsentalk unter Börsenhändlern und Sensalen ein. Die alte Wiener Börse an der Ringstraße wurde vom Geschwindigkeitsrausch der ÖTOB überrascht und über Nacht ungewollt konkurrenzfähiger, als sie es selbst je vorhatte, doch leider blieb die Politik ihren Teil schuldig und so verebbte der Schwung mit den Jahren, bis die ÖTOB 2014 wieder zusperrte.

Osteuropa. Als ich nach meinem Ausflug an den Floor in Chicago nach Wien zur CA zurückkam, fragte mich ein Vorstand, was ich denn an neuen Ideen aus den USA mitbringen würde. Ich sagte ihm, die Zukunft liegt direkt vor eurer Haustüre, Osteuropa! Wir benötigen Index-Produkte, um Aktienrisiken im noch unbekannten Osten besser streuen zu können. Er meinte: „Mach mal!“. Die von uns sehr erfolgreich emittierten Osteuropa-Index-Warrants für Ungarn, Tschechien und Polen rockten die österreichische und internationale Anlegerwelt 1994 und festigten Ruf und Marktpräsenz der Creditanstalt als Top osteuropäische Investmentbank. Das beste Anlagevehikel um einen schlafenden Riesen „zu reiten“ ist meiner Meinung nach ein gut gemanagter aktiver Aktienfonds, so wie z.B. der Raiffeisen-Osteuropa-Aktienfonds. Er startete aber „zu früh“, so wie unsere damaligen CA Osteuropa Optionsscheine, denen jedoch die Zeit und damit auch die „Luft“ ausging, während der Fonds knapp -50 Prozent einbüßte. Er fing sich aber wieder in den Folgejahren und jene Anleger, die durchhielten konnten sich bis Anfang 2008 über Zugewinne von beinahe + 600 Prozent erfreuen.

Grünes Wunder. Heute bin ich glücklich und freue mich, aus meinen dreißig Jahren Berufserfahrung genügend gelernt zu haben, um nun mit dem richtigen Anlagevehikel für das große Finale und die wohl größte Disruption des kommenden Jahrzehnts bereit zu sein. Denn es gibt keine globale grüne Energie-Revolution ohne „grüne Technologiemetalle & Mineralien“ für sämtliche erneuerbare und saubere Energien bzw. Energietechnologien. Dies dürfte zur größten Umverteilung von Kapital und Investments aus konventionellen Energieträgern in Richtung grüne Technologien und Metalle werden, die wir je erlebt haben und wohl nie mehr erleben werden - das kommende grüne Wirtschaftswunder mit dem „Corona-Billionen-Turbo-Schub“.

So wie in Wien oder Raiffeisen Osteuropa mussten auch wir mit dem SUNARES-Fonds zehn Jahre lang durch die „Magere Performance Wüste“ marschieren, machten unsere Hausaufgaben und kommen nun stärker mit 5***** Sternen und tripple AAA Ratings zurück. Der größte Aufschwung meiner Berufslaufbahn ist am Haken, der Drill mit dem größten Fisch im „Corona Meer“ hat begonnen.

Zur Person: Udo Sutterlüty (1966) ist diplomierter Betriebswirt. Er begann seine Laufbahn 1990 als ÖTOB-Market-Maker und späterer Chefhändler für Aktien & Derivative bei der Creditanstalt-Bankverein in Wien. Anfang 2008 gründete er sein eigenes Wertpapierunternehmen, die Sutterlüty Investment Management GmbH, und den SUNARES-Fonds, den er seit Start gemeinsam mit seinem Partner Colin Moor in London managt. (www.sunares.com)"

(Der Input von Börse Geschichte für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 30.12.)

(30.12.2020)


Bildnachweis

1. Udo Sutterlüty

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Mit freundlicher Unterstützung von Rudolf Brenner, Alexander Coenen, Thomas Erkinger, Helmut Fleischmann, Markus Fröhlich, Katrin Gögele-Celeda, Bernhard Grabmayr, Martin Grüll, Peter Heinrich, Margit Hermentin, Ernst Huber, Gerhard Kürner, Susanne Lederer-Pabst, Robert Löw, Wolfgang Matejka, Ludwig Nießen, Wolfgang Praskac, Wilhelm Rasinger, Alexandra Rosinger, Gregor Rosinger, Roland Rupprechter, Stephan Scopetta, Herbert Scherrer, Udo Sutterlüty, Ernst Vejdovszky, Eduard Zehetner.


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